Namibias Regionen
Die Republik Namibia ist entsprechend von geographischen und kultureller Zusammengehörigkeit seit ihrer Unabhängigkeit im Jahre 1990 in 13 (dreizehn) administrative Regionen (Englisch: Regions of Namibia) unterteilt. Hauptstadt Namibias ist Windhoek; die Regionen sind wie folgt:
| Nr. |
Name |
Fläche in km² |
Rang Fl. |
Bevölkerung |
Hauptstadt |
| 1 |
Caprivi |
19.532 |
10 |
79.852 |
Katima Mulilo |
| 2 |
Erongo |
63.586 |
6 |
107.629 |
Swakopmund |
| 3 |
Hardap |
109.888 |
3 |
67.998 |
Mariental |
| 4 |
Karas |
161.325 |
1 |
69.677 |
Keetmanshoop |
| 5 |
Kavango |
43.418 |
7 |
201.093 |
Rundu |
| 6 |
Khomas |
36.805 |
8 |
250.305 |
Windhoek |
| 7 |
Kunene |
144.255 |
2 |
68.244 |
Opuwo |
| 8 |
Ohangwena |
10.582 |
12 |
227.728 |
Oshikango |
| 9 |
Omaheke |
84.732 |
5 |
67.496 |
Gobabis |
| 10 |
Omusati |
13.638 |
11 |
228.364 |
Outapi |
| 11 |
Oshana |
5.290 |
13 |
192.000 |
Oshakati |
| 12 |
Oshikoto |
26.607 |
9 |
160.788 |
Tsumeb |
| 13 |
Otjozondjupa |
105.328 |
4 |
135.723 |
Otjiwarongo |
Zur geographischen und typologischen Gliederung des Landes werden die Regionen entsprechend ihrer Lage außerdem oft in Süd-, Zentralwest-, Zentralost-, Nord- und Nordostregionen unterteilt. Jede der 13 Regionen ist weiter in Gemeinden (Wahlkreise) unterteilt. Wie die Regionen, sind auch diese Wahlkreise entsprechend kultureller Räume gegliedert. Dies, und die unterschiedliche Größe der Regionen hat eine ungleiche Zahl und Größe der Wahlkreise zur Folge.
Insgesamt bestehen in Namibia 102 (einhundertundzwei) Wahlkreise. Jeder Wahlkreis wählt ein Regionalratsmitglied in den Regionalrat der Region, zu der sie gehört. Es gibt 13 Regionalräte entsprechend den 13 Regionen im Land. Die bevölkerungsreichste Gemeinde Namibias sind Hakanana und Katutura, innerhalb der Stadtregion Windhoek und Khomas; der bevölkerungsärmste Wahlkreis Namibias ist Okatjali in der Region Oshana.

Kaokoland
Das Kaokoland -meist als Kaokoveld bezeichnet- ist eine rund 50.000 km² große trockene Region im Nordwesten Namibias. Sie grenzt im Westen an die Skelettküste, im Norden an den Grenzfluss zu Angola, den Kunene, im Osten an das ehemalige Ovamboland (heute Omusati-Region) und im Süden an das Damaraland. Bei weniger als 350 mm jährlichem Niederschlag ist im Kaokoland kein Ackerbau möglich. Die hier lebenden Himba und Herero Namibier leben entsprechend traditionell als Jäger und Sammler oder Viehzüchter (Bauern).
Das Kaokoland ist bekannt für sein durch konsequente Bekämpfung der Wilderei inzwischen wieder reichen Wildbestand: besonders zu erwähnen sind die hier wieder häufiger vorkommenden Nashörner (nicht zuletzt auch ein Verdienst des "Save the Rhino Trust") und Wüstenelefanten. Man streitet sich noch darüber, ob es sich dabei bereits um eine eigenständige Unterart oder nur um eine seit Jahrzehnten dort sesshafte und angepasste Gruppe der afrikanischen Elefanten handelt. Auf jeden Fall unterscheidet sich deren Verhalten in vielfacher Hinsicht von dem ihrer in den afrikanischen Savannen lebenden Artgenossen. Die Unzugänglichkeit des Gebietes einerseits und die konsequente Bekämpfung der Wilderei andererseits haben zu einem stetigen Anwachsen der Elefantenbestände im Kaokoveld geführt. Mancherorts stellen die von den Elefanten verursachten Schäden schon wieder ein Problem dar. Manche Problemtiere mussten abgeschossen werden, nachdem Touristen (auch durch ihr verantwortungsloses Verhalten) durch sie zu Schaden gekommen waren.
Verkehrstechnisch ist die Region nur schlecht erschlossen, d.h. ganz überwiegend nur mit Allradfahrzeugen und GPS-Navigation zu befahren. Der Van Zyls-Pass gilt z.B. als die "hohe Schule" der Geländefahrer, ist aber auch von Kennern nur in Ost-West-Richtung zu bewältigen. Ansonsten besteht das Kaokoveld aus folgenden Landschaften:
* Etendeka,
* Giraffenberge,
* Hartmannberge,
* Joubertsberge,
* Onjuwaebene,
* Otjihipaberge und
* Steilrandberge.
Opuwo ist mit 4.000 Einwohnern die einzige Stadt des Kaokoveldes; der Ort Sesfontein schließt das Koakoland im Süden ab.
Ovamboland
Das Ovamboland (auch: Owamboland, früher Amboland) ist eine historische Landschaft in Südwestafrika und Heimat des Volks der Ovambo (Namibia). Der Begriff aus der deutschen Kolonialzeit und der Zeit der südafrikanischen Besatzung.
Auf namibischer Seite (frühere deutsche Bezeichnung: Südliches Amboland) ist das Ovamboland heute in folgende 4 Regionen gegliedert:
* Oshikoto,
* Ohangwena,
* Omusati und
* Oshana.
In diesen Regionen lebt etwa die Hälfte der namibischen Bevölkerung (über 900.000), und dementsprechend ist hier die Bevölkerungsdichte des ansonsten sehr dünn besiedelten Landes am höchsten.
Vom südlichen Namibia ist das Ovamboland durch die sogenannte Red Line, die Rote Linie, getrennt. Dieser Zaun soll die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche und der Rinderpest verhindern.
Caprivi
Der Caprivizipfel schließt sich östlich an die Region Kavango an und wird im Norden von Angola und Sambia, im Osten von Simbabwe und im Süden von Botswana begrenzt. Mehrere ganzjährig wasserführende Flüsse wie der Okavango, der Kwando und Nebenarme des Sambesi durchziehen den Caprivizipfel und machen ihn so zu einer ausgesprochen feuchten und daher auch sehr wildreichen Region. Große Teile des Caprivizipfels werden von Naturschutzgebieten eingenommen und sind daher zunehmend Ziel touristischer Aktivitäten - eine Entwicklung, die mit dem durchgehenden Asphaltieren der inzwischen ganzjährig befahrbaren Nationalstraße B8 gefördert wurde.

Damaraland
Das Damaraland ist eine noch aus der deutschen Kolonialzeit stammende Bezeichnung für das Hauptsiedlungsgebiet des Volksstammes der Damara in Namibia - auch Dama oder Bergdamara genannt. Es erstreckt sich südlich des Kaokoveldes bis etwa zu der heutigen Nationalstraße B2 zwischen Swakopmund und Usakos und reicht im Westen bis an die Skelettküste heran. Teil dessen ist auch das Grootberg Plateau.
Der Begriff Damaraland wurde dann auch von der südafrikanischen Administration im Zusammenhang mit dem Odendaal-Plan als Bezeichnung für das den Damara zugewiesene Homeland übernommen und hat sich bis heute erhalten, obwohl es das Damaraland nach der Unabhängigkeit Namibias und Abschaffung der Homelands offiziell nicht mehr gibt.
Kavango
Kavango (auch Okavango) ist eine der 13 Regionen von Namibia und liegt im Nordosten des Landes. Die Region ist nach der hier lebenden Volksgruppe der Kavango benannt. Die Regionshauptstadt Rundu ist eine schnell wachsende Stadt und nach Windhuk die zweitgrößte Stadt in Namibia.
Kavango ist Teil eines auf etwa 1.000 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Hochplateaus. Die Region wird maßgeblich durch den Fluss Okawango und seine weiten Überschwemmungsgebiete geprägt, wodurch Kavango bedeutend grüner als der Rest Namibias ist. Der Fluss bildet über 400 Kilometer Länge eine natürliche Grenze zwischen Namibia und der Republik Angola im Norden und ist Lebensader für die Region. Im Westen grenzt die Region an das Ovamboland, im Osten an die Region Caprivi. Der Süden ist zumeist Steppe und auch wenig besiedelt.
Innerhalb Kavangos liegen auch der Khaudum-Nationalpark und der Mahango-Wildpark.
Die Region ist weiter in folgende 8 Stadt- und Landkreise unterteilt:
* Kahenge mit 30.180 Einwohnern
* Kapako mit 25.653 Einwohnern
* Mashare mit 15.829 Einwohnern
* Mpungu mit 18.332 Einwohnern
* Mukwe mit 25.999 Einwohnern
* Ndiyona mit 19.150 Einwohnern
* Rundu (Land) mit 42.764 Einwohnern und
* Rundu (Stadt) mit 19.597 Einwohnern.
Bis auf das Ufer des Flusses Okawango ist die Region nur sehr dünn besiedelt. Die Bevölkerung lebt vom Fischfang für den Eigenbedarf. Der Handel mit Fisch könnte den Bewohnern eine Einnahmequelle verschaffen. Weil in Kavango mehr Regen als in den meisten Gegenden Namibias fällt, hätten auch Ackerbau, Forstwirtschaft und Holzverarbeitung ein Potenzial. Ein gemeinsames Fremdenverkehrskonzept zusammen mit dem Caprivi-Zipfel könnte Holzschnitzern und anderen Kunsthandwerkern zu Einnahmen verhelfen.
Buschmannland
Buschmannland ist die Bezeichnung für eine im Norden Namibias gelegene Region nahe dem Ort Tsumkwe.
Sie stammt noch aus der deutschen Kolonialzeit und wurde dann von der südafrikanischen Mandatsverwaltung übernommen und bezeichnet die zwischen dem Kavangoland und dem Hereroland gelegene Region in unmittelbarer Nachbarschaft zu Botswana. Mit ihr wurde das den San – häufig auch Buschmänner genannt – nach dem Odendaal-Plan zugedachte Homeland bezeichnet.
Hereroland
Hereroland bezeichnet den Siedlungsraum der Herero in Namibia. Traditionell ist dies die Region am Waterberg. Man kann jedoch nicht von einem klar umgrenzten Hereroland reden, da in dem gleichen Land viele Vertreter anderer Ethnien leben.
Hereroland war auch der Name des Homelands der Herero während der Verwaltung durch Südafrika. Es befand sich östlich des Waterberg in Zentral-Namibia, einem Gebiet welches heute in etwa dem Wahlkreis Tsumkwe entspricht.
Namaland
Namaland ist die von der deutschen Kolonialverwaltung eingeführte Bezeichnung für das Hauptsiedlungsgebiet der Nama im äußersten Süden der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Das Siedlungsgebiet reicht jedoch südlich über den Oranje hinweg bis in die nördliche Kapprovinz hinein und heißt dort auch heute noch Namaqualand . Die Bezeichnung wurde später von der südafrikanischen Verwaltung übernommen und im Zusammenhang mit dem Odendaal-Plan als Name des den Nama zugewiesenen Homelands benutzt. Nach der Unabhängigkeit Namibias im Jahre 1990 wurde der Name offiziell abgeschafft; das Namaland liegt heute in der Verwaltungsregion Karas.
Basterland
Baster (afrikaans für Bastard) sind Mischlings-Familien, die aus Beziehungen zwischen Nama-Frauen und Buren in Südafrika entstanden sind. Die Baster stellten 1994 mit 39.000 Menschen etwa 2,5 Prozent der namibischen Bevölkerung. Ihre Sprache ist meist Afrikaans.
Eine große Gruppe lebt in der Stadt Rehoboth (südlich von Windhoek). Die Baster genießen seit der Unabhängigkeit Namibias einen geringeren Sonderstatus. Die Stadtverwaltung von Rehoboth liegt wie früher in den Händen eines „Baster-Rates“, der von den 4 Kapitänsfamilien van Wyk, Diergaard, Koopman und Mouton dominiert wird. Ihre Kultur ist traditionell afrikaans und evangelisch-lutherisch geprägt.
Tswanaland
Tswanaland war ein Homeland in Südwestafrika (heute: Namibia), das während der Zeit der Apartheid-Politik einen Autonomiestatus bekam. In dem Land lebt das Vol der Tswana. Eine von der Zentralregierung geleitete Lokalverwaltung wurde 1980 aufgebaut.
Wie die anderen Homelands in Südwestafrika wurde Tswanaland im Jahre 1989, als Namibia unabhängig wurde, aufgelöst.
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